{"id":385,"date":"2021-06-20T22:18:24","date_gmt":"2021-06-20T20:18:24","guid":{"rendered":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/?page_id=385"},"modified":"2021-07-11T00:12:16","modified_gmt":"2021-07-10T22:12:16","slug":"geschichte-und-kontext","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/de\/geschichte-und-kontext\/","title":{"rendered":"Geschichte und Kontext"},"content":{"rendered":"<details>\n<summary>Geographie eines nuklearisierten Raumes<\/summary>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-481\" src=\"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/carte-grand-reduit-1024x757.jpg\" alt=\"\" width=\"735\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/carte-grand-reduit-1024x757.jpg 1024w, https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/carte-grand-reduit-300x222.jpg 300w, https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/carte-grand-reduit-768x568.jpg 768w, https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/carte-grand-reduit-1536x1136.jpg 1536w, https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/carte-grand-reduit.jpg 1825w\" sizes=\"auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px\" \/><\/p>\n<p><em>Bemerkungen zu dieser Karte:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>die endg\u00fcltigen Installationen werden viel mehr Platz einnehmen<\/em><\/li>\n<li><em>das Endlager Gondrecourt ist bereits gebaut und weitere Bauten sind geplant<\/em><\/li>\n<li><em>einige Einrichtungen sind nicht dargestellt: das Areva-Archiv in Houdelaincourt; das EDF-Archiv im Andrakomplex\u2026<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>LEGENDE:<\/h3>\n<h3>DAS ANDRA-LABOR<\/h3>\n<p>1998 wurden die Departements Haute-Marne und Meuse f\u00fcr den Bau eines &#8222;unterirdischen geologischen Forschungslabors&#8220; ausgew\u00e4hlt, das von der Andra (Nationale Agentur f\u00fcr die Entsorgung radioaktiver Abf\u00e4lle) geleitet wird. Andere D\u00e9partements waren angepeilt worden, wurden aber wegen zu viel Widerstand wieder fallengelassen. Der Bau des Labors beginnt in Bure im Jahr 2000. Petitionen und Demonstrationen gehen derweil unvermindert weiter (1). Im Jahr 2006 genehmigt der Staat die unterirdische Lagerung in Bure und beauftragt die Andra mit der Planung und Umsetzung des Cig\u00e9o-Projekts f\u00fcr 2025. Das Projekt hat bereits mehrere Jahre Versp\u00e4tung. Heute ist das Andra-Labor eine echte Kleinstadt in der Landschaft von Meuse und Haue Marne, die seit Sommer 2017 von einer Schwadron mobiler Gendarmen bewacht wird, die st\u00e4ndig im Laborkomplex stationiert sind. Der Laborkoplex enth\u00e4lt einen Brunnen mit 2 km Teststollen in 500m Tiefe. Zu dieser kleinen Stadt geh\u00f6ren auch ein Technologiezentrum, ein Hotel-Restaurant, ein Lebensmittelgesch\u00e4ft, eine Tankstelle und das EDF-Archiv (2).<br \/>\n<em>Erfahrungsbericht von Jean-Pierre, Bauer im Kampf gegen Cig\u00e9o (April 2017):<\/em><br \/>\n<em>&#8222;Es war doch alles undurchsichtig: Sie sagten nicht, was sie tun wollten&#8230; Also hatten sie diese geniale Idee mit dem Labor: zu sagen &#8222;wir suchen, aber wir lagern nicht&#8220;. Von da an wurden sie von den beiden Departements, deren Parlamenten und sogar auf lokaler Ebene von den Gemeinden mit offenen Armen empfangen, denn es war an finanzielle Unterst\u00fctzung gekoppelt. Dann erwarben sie 100 ha, wo sich das heutige Labor befindet. &#8222;<a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/entretien_JP_v2.cleaned.pdf\"> (Quelle auf Franz\u00f6sisch)<\/a><\/em><\/p>\n<p>(1) Siehe Film Tous n&#8217;ont pas dit oui von Alien Ri\u00e8s (2013).<br \/>\n(2) EDF= Electricit\u00e9 de France, staatlicher Stromversorger, lange in Monopolstellung<\/p>\n<h3>DAS HAUS DES WIDERSTANDS GEGEN DAS ATOMM\u00dcLLLAGER<\/h3>\n<p>Im Jahr 2004 gr\u00fcndeten Atomkraftgegner aus Frankreich und Deutschland den Verein Bure Zone Libre (BZL). Im folgenden Jahr kauften sie zusammen mit dem Netzwerk Sortir Du Nucl\u00e9aire ein altes Bauernhaus im Herzen von Bure, um es zu renovieren. Dies sollte das &#8222;Haus des Widerstands gegen das Atomm\u00fclllager&#8220; werden. Das Haus ist ein Ort f\u00fcr Gegeninformationen \u00fcber Cig\u00e9o und f\u00fcr die Organisation des Kampfes. Heute ist das Haus ganzj\u00e4hrig bewohnt und f\u00fcr alle zug\u00e4nglich.<br \/>\nUm zu zeigen, dass das Gebiet keineswegs menschenleer ist, im Gegensatz zu dem, was die Andra uns glauben machen m\u00f6chte, und um ihr Steine in den Weg zu legen, wurden rund um Bure ein Dutzend weiterer kollektiver Orte, einige privat, andere eher gemeinschaftlich, gekauft oder gemietet, wie zum Beispiel l&#8217;Affranchie (=die Befreite) in Mandres-en-Barrois (ein Ort ohne flie\u00dfendes Wasser und Strom. Andra unternimmt derzeit rechtliche Schritte, um zu versuchen, das Geb\u00e4ude wiederzuerlangen.<\/p>\n<h3>DER WALD \u201e BOIS LEJUC\u201c<\/h3>\n<p>Im Projekt Cig\u00e9o nimmt der Wald Bois Lejuc einen wichtigen Stellenwert ein: Er soll nach der R\u00e4umung zur Aufnahme der Sch\u00e4chte dienen, welche die mit radioaktiven Abf\u00e4llen gef\u00fcllten unterirdischen Stollen &#8222;bel\u00fcften&#8220; sollen. Im Juli 2015 stimmt der Gemeinderat von Mandres-en-Barrois f\u00fcr den Austausch des Gemeindewaldes des Bois Lejuc gegen den Wald Bois de la Caisse, der im Besitz der Andra ist, trotz lokaler Proteste. Nach einer Klage wegen eines Interessenkonflikts und einer nicht erkl\u00e4rten geheimen Abstimmung wird dieses Votum im Mai 2017 erneuert.<br \/>\nIm Sommer 2016 ist die Andra im Begriff, ohne vorherige Genehmigung, also illegal, Rodungsarbeiten im Bois Lejuc durchzuf\u00fchren. Das &#8222;endlose Picknick&#8220; vom 19. Juni 2016 markiert den Beginn der ersten Besetzung. Die Z\u00e4une der Andra werden bei dieser Gelegenheit umgesto\u00dfen. Nach 3 Wochen der Besetzung wird der Wald am 7. Juli 2016 um 6 Uhr morgens ger\u00e4umt. Um den Zugang zum Bois Lejuc zu verhindern, errichtet die Andra eine Grenzmauer aus Beton, weiterhin ohne Baugenehmigung. Sie wird sp\u00e4ter f\u00fcr diese illegalen Arbeiten verurteilt werden. Am 15. August 2016 startet eine Demonstration, und als klar wird, dass im Wald keine Gendarmen anwesend sind, beschlie\u00dfen die DemontrantInnen, die Mauer einzurei\u00dfen. In den folgenden Wochen wird der Wald wiederbesetzt. Um diese Besetzung juristisch zu abzusichern, wird in einem Gerichtsverfahren das rechtliche Eigentum der Andra am Bois Lejuc in Frage gestellt. Am 22. Februar 2018 um 6 Uhr morgens wird der Bois Lejuc erneut ger\u00e4umt. Am selben Tag wird das Haus des Widerstands von der Gendarmerie angegriffen. Eine Wiederbesetzung wird im Juli 2019 schon nach 3 Tagen ger\u00e4umt. Seitdem ist der Zugang zum Wald verboten und wird von Kameras und Gendarmeriepatrouillen \u00fcberwacht.<\/p>\n<h3>DER EHEMALIGE BAHNHOF VON LUM\u00c9VILLE-EN-ORNOIS<\/h3>\n<p>Der ehemalige Bahnhof von Lum\u00e9ville (Ancienne Gare de Lum\u00e9ville) wurde 2004 von den CIG\u00c9O-Gegnern gekauft. Es liegt an der Trasse der Bahnlinie, die Andra f\u00fcr den Transport des Atomm\u00fclls zu den unterirdischen Lagerst\u00e4tten ausbauen will. Zahlreiche Gemeinden in der N\u00e4he von CIG\u00c9O w\u00e4ren von der Durchfahrt der Eisenbahn- und Stra\u00dfenkonvois direkt betroffen: Nan\u00e7ois-sur-Ornain, Velaines, Ligny-en-Barrois, Givrauval, Longeaux, Menaucourt, Nantois, Naix-aux-Forges, Saint-Amand-sur-Ornain, Tr\u00e9veray, Laneuville, Saint-Joire, Demange-aux-Eaux, Baudignecourt, Houdelaincourt, Abainville, Gondrecourt-le-Ch\u00e2teau, Horville-en-Ornois, Lum\u00e9ville-en-Ornois, Chassey-Beaupr\u00e9, Cirfontaines-en-Ornois, Guillaum\u00e9, Saudron.<br \/>\nWenn die Gemeinn\u00fctzigkeitserkl\u00e4rung (D\u00e9claration d&#8217;Utilit\u00e9 Publique, DUP) best\u00e4tigt wird, kann die Andra von den Methoden der Bestechung und des Verhandelns, zu einer brutaleren Verfahrensweise \u00fcbergehen, um die begehrten Grundst\u00fccke zu bekommen. Der alte Bahnhof von Lum\u00e9ville und andere Grundst\u00fccke sind dann von der Enteignung bedroht. Zun\u00e4chst, um die Stra\u00dfen verkehrstechnisch zu entlasten und den Transport von Maschinen und Materialien zur Cig\u00e9o-Baustelle zu erm\u00f6glichen, und schlie\u00dflich, um 100 Jahre lang jede Woche zwei CASTORz\u00fcge (1) durchfahren zu lassen&#8230;<br \/>\nAn diesem Ort des Kampfes wurden schon viele Veranstaltungen organisiert: das antiautorit\u00e4re und antikapitalistische VMC-Camp im Jahr 2015, Musikfestivals, Antiknast-Treffen (das letzte im M\u00e4rz 2020), queere Veranstaltungen, partizipative Workcamps, Filmvorf\u00fchrungen&#8230; Auf dem Gel\u00e4nde des Bahnhofs befindet sich auch die Dauerausstellung <em>Trainstopping<\/em> zu Blockade- und Sabotagepraktiken des Schienenverkehrs im Kontext der Anti-Atom-Bewegung.<br \/>\n(1) CASTOR = Cask for storage and transport of radioactive material<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.sortirdunucleaire.org\/IMG\/pdf\/guide_riverains_bat_-1.pdf\">Anwohnerleitfaden: &#8222;Radioaktive Konvois vor unserer Haust\u00fcr?<\/a> (auf Franz\u00f6sisch)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/exposition-trainstopping\/\">Trainstopping-Ausstellung im Bahnhof<\/a> (auf Franz\u00f6sisch)<\/p>\n<h3>FRONCLES (42 km vom Labor entfernt)<\/h3>\n<p>In Froncles ist die Firma POMA bereits f\u00fcr Cig\u00e9o t\u00e4tig. Um die radioaktiven Abfallpakete von der Oberfl\u00e4che in das unterirdische Lager 500 Meter unter der Erde zu transportieren, plant die Andra, einen 12 km langen Schacht zu graben. Im Jahr 2014 erh\u00e4lt die im D\u00e9partement Is\u00e8re ans\u00e4ssige POMA den Auftrag und unterzeichnet mit Andra einen Vertrag \u00fcber 68 Millionen Euro f\u00fcr den Bau einer Seilbahn. Im Jahr 2019 zieht POMA nach Froncles in Haute-Marne und beginnt mit dem Bau eines ma\u00dfstabsgetreuen Modells der Seilbahn. Die Versuche haben bereits begonnen, nachdem das Projekt im Februar 2021 eingeweiht wurde. Gleichzeitig wird ein <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/poma-baut-die-abwartsmechanik-fur-die-beforderung-des-atommulls-in-das-endlagerbergwerk-in-bure\/\">Aktionsaufruf gegen POMA<\/a> gestartet. Dieser Aufruf ist Teil des <a href=\"https:\/\/lesmonstresdecigeo.noblogs.org\/\">Aktionsplans gegen die Cig\u00e9o-Monster<\/a>, die Subunternehmer des Projektes.<\/p>\n<h3>JOINVILLE (22 km vom Labor entfernt)<\/h3>\n<p>Das Cig\u00e9o-Projekt setzt sich zus\u00e4tzlich zum Labor aus einer Vielzahl von Nebenprojekten zusammen, die alle auf Widerstand sto\u00dfen. Vor kurzem wurde angesichts des Widerstands der Anwohner das Projekt f\u00fcr eine Wiederaufbereitungsanlage f\u00fcr schwach radioaktive Abf\u00e4lle in Gudmont-Villiers bei Derichebourg zur\u00fcckgezogen. Seit fast vier Jahren l\u00f6st Unitech, ein W\u00e4scherei-Projekt f\u00fcr Atomkleidung in Joinville, gro\u00dfe Demonstrationen aus. Andererseits gelang es EDF, in Velaines unauff\u00e4llig eine Plattform zur Lagerung von AKW-Teilst\u00fccken zu installieren. Orano und EDF haben au\u00dferdem Archivzentren in Bure und Houdelaincourt eingerichtet. Der CEA verf\u00fcgt auch \u00fcber ein neues Geb\u00e4ude in Bure-Saudron, seit sich starke Widerstand gegen Syndi\u00e8se, ein Projekt f\u00fcr eine Biokraftstoffanlage geregt hat.<br \/>\nUm das Cig\u00e9o-Projekt besser zu verkaufen und sicherzustellen, dass die Bewohner es unterst\u00fctzen, m\u00fcssen die Beh\u00f6rden und die Atomindustrie zeigen, dass sie der Region nicht schaden, sondern daran arbeiten, sie zu &#8222;revitalisieren&#8220;, sie finanziell zu bereichern und Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. In diesem Sinne wurden Berufslehrg\u00e4nge f\u00fcr die Atomindustrie er\u00f6ffnet, deren Facetten so vielf\u00e4ltig sind wie die Projekte in den Regionen von Meuse und Haute-Marne. So verhei\u00dfen die Cig\u00e9o- F\u00f6rderer den lokalen Unternehmern und Mandatstr\u00e4gern einen ganzen Atomindustrie-Cluster der in Meuse und Haute-Marne entstehen soll.<\/p>\n<h3>FINANZIERUNG DES GIP<\/h3>\n<p>Im Jahr 2000 wurden zwei &#8222;\u00f6ffentliche Interessenverb\u00e4nde&#8220; (Groupements d\u2019int\u00e9r\u00eat public) gegr\u00fcndet: einer f\u00fcr die Meuse und einer f\u00fcr die Haute-Marne. Das erkl\u00e4rte Ziel ist die Entwicklung einer Zusammenarbeit zwischen \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden und\/oder privaten Partnern, um Ziele von gemeinsamem Interesse zu verfolgen. Urspr\u00fcnglich auf 18 Millionen Euro pro Jahr festgelegt, belaufen sich die Zuweisungen der GIPs im Jahr 2019 auf 30 Millionen Euro pro Jahr fund pro Departement. Unterst\u00fctzt von den Produzenten des Atomm\u00fclls (EDF, CEA und Areva-Orano), sollen die GIPs die lokale Industrie ankurbeln. Diese Mittel sind in der Tat zum Teil <em>&#8222;f\u00fcr die Finanzierung von Ma\u00dfnahmen und Ausr\u00fcstungen bestimmt, welche die Umsetzung des [Cig\u00e9o]-Projekts in den Ortsbereichen f\u00f6rdern sollen&#8220;<\/em>, so der T\u00e4tigkeitsbericht 2016 von EDF und dem Andra-Labor. Subventionsberieselung von Gemeinden, Betrieben und der Bev\u00f6lkerung, um die gesellschaftliche Akzeptanz von Atomkraft und Cig\u00e9o zu steigern: schon im Vorfeld eines Gro\u00dfprojektes und in diesem Ausmass ein Novum!<br \/>\nKonkret profitierten diese GIPs zum Beispiel von der Gr\u00fcndung des Generalarchivs von Areva in Houdelaincourt (Meuse) im Jahr 2007. Beihilfen wurden auch einer EDF-Plattform zur Lagerung von Ersatzteilen f\u00fcr die 19 Kraftwerke in Velaines (Meuse) und einer Wartungsbasis f\u00fcr Kraftwerkausr\u00fcstung in Saint-Dizier (Haute-Marne) gew\u00e4hrt. In dieser EDF-Einheit werden Komponenten general\u00fcberholt, die in den Kraftwerken Verwendung finden. Ein vielversprechender Markt zur Zeit der landesweiten nuklearen &#8222;Gro\u00dfsanierung&#8220;, welche die Laufzeit der AKWs verl\u00e4ngern soll. Wir haben nicht alle die gleiche Definition dessen, was im \u00f6ffentlichen Interesse liegt und was nicht&#8230;<\/p>\n<h3>LANDGRABBING<\/h3>\n<p>\u00dcber die Safer (Gesellschaften f\u00fcr die Bewirtschaftung von Grundst\u00fccken und l\u00e4ndliche Niederlassung) hat sich Andra nach und nach mehr als 3.000 Hektar Land gekrallt, darunter 1.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che, damit zahlreiche Bauern und B\u00e4uerinnen schikaniert, den Preis f\u00fcr Land erh\u00f6ht und landwirtschaftliche Niederlassungen erschwert.<br \/>\nDie agroindustrielle Verw\u00fcstung dieses Gebietes beg\u00fcnstigt die Entwicklung der Atomm\u00fclldeponie. Die lokalen LandwirtInnen sind allein, abh\u00e4ngig vom Zwischenhandel, \u00fcberschuldet. Sie haben ihre Autonomie verloren, und der Protest wird immer schwieriger. Um sich die Verhandlungen zu erleichtern, f\u00f6rdert Andra die Umstrukturierungen und Erweiterungen.<br \/>\nSeit seiner Gr\u00fcndung hat Andra den Preis pro Hektar um 5000 \u20ac erh\u00f6ht (Informationen vom April 2017)! Kurzfristig ist dies ein Geschenk des Himmels f\u00fcr die LandwirtInnen, die zu einem sehr guten Preis verkaufen k\u00f6nnen und im Gegenzug prek\u00e4re Pachtvertr\u00e4ge auf anderen L\u00e4ndereien erhalten, um ihre T\u00e4tigkeit fortzusetzen. Im Jahr 2016 wurden mehr als 300 Hektar aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen und damit ihres Wertes der Nahrungsproduktion beraubt.<br \/>\n<em>&#8222;Die Notare sind verpflichtet, die Safer zu informieren, und sobald die Akten auf dem Schreibtisch der Safer liegen, hat die Andra systematisch Kenntnis davon und greift zu, um alles zu erwerben, was sich bewegt. Einschlie\u00dflich W\u00e4lder, nicht unbedingt das, was sie brauchen.<\/em> [&#8230;] <em>Es hat keine Enteignung stattgefunden, wir sind immer noch auf g\u00fctlichem Wege, aber immer noch mit Druck und Einsch\u00fcchterung. &#8222;<\/em> (<a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/entretien_JP_v2.cleaned.pdf\">Interview mit Jean-Pierre<\/a>, Bauer im Kampf gegen Cig\u00e9o, April 2017)<br \/>\nTrotz alledem setzen sich B\u00e4uerinnen und Bauern wie Jean-Pierre f\u00fcr den Kampf gegen Cig\u00e9o ein. Sein Prozess (im Laufe des Jahres 2017), wegen <strong>Komplizenschaft bei der ersten Besetzung des Bois Lejuc<\/strong> war vor allem eine Strategie der Einsch\u00fcchterung gegen die EinwohnerInnen und vor allem gegen die Bauern und B\u00e4uerinnen, die Cig\u00e9o h\u00e4tten verhindern wollen.<br \/>\nQuellen:<\/p>\n<p>\u2022<a href=\"https:\/\/vmc.bureburebure.info\/2017\/09\/07\/le-12-septembre-tou-te-s-a-bar-le-duc-au-proces-de-jean-pierre-et-contre-la-nouvelle-loi-travail\/index.html\"> 12. September, alle in Bar-le-Duc beim Prozess von Jean-Pierre und gegen das neue Arbeitsgesetz<\/a> (auf Franz\u00f6sisch]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/vmc.bureburebure.info\/2016\/11\/05\/dimanche-13-novembre-barricades-agricoles-contre-la-poubelle-nucleaire\/index.html\">Vom 11. bis 13. November in Bure &#8211; Landwirtschaftliche Barrikaden gegen die Atomm\u00fclldeponie und Treffen \u201eReclaim the Fields\u201c!<\/a> [auf Franz\u00f6sisch]<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary>Chronologie der K\u00e4mpfe<\/summary>\n<h3>1) 1987-2000: Wohin mit der Deponie, die niemand will?<\/h3>\n<p>1987 werden von der Regierung willk\u00fcrlich vier Standorte f\u00fcr die Endlagerung radioaktiver Abf\u00e4lle ausgew\u00e4hlt: in den Departements<em> Ain, Aisne, Maine-et-Loire<\/em> und<em> Deux-S\u00e8vres<\/em>. In den folgenden Jahren bringt die Gr\u00fcndung einer nationalen Koordination gegen die Endlagerung und Auseinandersetzungen mit den mobilen Gendarmen das Projekt der vier Standorte zum Scheitern. Infolge dieser Schwierigkeiten wird 1991 auf Initiative des Abgeordneten Christian Bataille (<em>Parti Socialiste<\/em>) ein Gesetz verabschiedet, das den Rahmen f\u00fcr die finanzielle Entsch\u00e4digung festlegt, die heute an die D\u00e9partements <em>Meuse<\/em> und<em> Haute-Marne<\/em> flie\u00dft (GIP), und dabei die Idee eines &#8222;unterirdischen Labors&#8220; einf\u00fchrt (akzeptabler als eine Deponie, obwohl letztendlich Ziel ist, daraus eine solche zu machen). Es werden 5 Projekte ausgew\u00e4hlt: in <em>Meuse, Haute-Marne, Vienne<\/em> und im <em>Gard<\/em>. Zu diesem Zeitpunkt geh\u00f6rt Bure \u00fcbrigens nicht zu den neu ausgew\u00e4hlten Standorten. Dies l\u00e4sst den Verdacht zu, dass der Ort im Nachhinein, nicht aus geologischen, sondern aus strategischen Gr\u00fcnden gew\u00e4hlt wurde: wenig Menschen, daher diesmal wenig Widerstand&#8230; Einige Jahre sp\u00e4ter, <strong>1998, wurden die Departements <em>Haute-Marne<\/em> und <em>Meuse<\/em> f\u00fcr den Bau eines &#8222;unterirdischen Labors f\u00fcr geologische Forschung&#8220; ausgew\u00e4hlt, das von der Andra geleitet wird<\/strong>. Der Bau des Labors in Bure beginnt in den Jahren 1999-2000.<\/p>\n<h3>2) 2000-2014: Die ersten Jahre in Bure<\/h3>\n<p>In den Jahren 2000-2001 versammeln sich 2.000 Menschen in Bure in einem Lager gegen\u00fcber der Baustelle des Labors. Das Maison de la R\u00e9sistance de Bure wurde 2004 von GegnerInnen kollektiv gekauft. Die Petitionen und Demonstrationen lassen in diesen Jahren nicht nach [Anmerkung: wie im Film <em><a href=\"https:\/\/tube.piweb.be\/videos\/watch\/f4e6c92f-04f3-4110-a83a-beb1024c072b\">Tous n&#8217;ont pas dit oui<\/a>,<\/em> mit deutschen Untertiteln, von Alain Ri\u00e8s (2013) dokumentiert]. Im November 2004 stirbt S\u00e9bastien, ein 22-j\u00e4hriger Anti-Atomkraft-Aktivist, in Avricourt, Lothringen, \u00fcberfahren von der Lokomotive eines Atomm\u00fcllkonvois nach Deutschland (<a href=\"https:\/\/rebellyon.info\/Sebastien-Briat-assassine-par-la-societe\">Quelle<\/a>). Der Staat best\u00e4tigt dennoch durch das Gesetz vom 28. Juni 2006 die unterirdischen Endlagerung in Bure und beauftragt die Andra mit der Planung und Realisierung des Cig\u00e9o-Projekts f\u00fcr das Jahr 2025 (dass das Projekt hinkt also bereits mehrere Jahre hinter dem Zeitplan her). Da die Beteiligung der GegnerInnen an der \u00f6ffentlichen Debatte 2005 von der Andra missachtet und geringsch\u00e4tzig \u00fcbergangen worden war, boykottieren sie die erneute Konsultationsrunde von 2013.<\/p>\n<h3>3) 2014-2015: Bure ist nicht nur ein lokales Problem!<\/h3>\n<p>Im August 2013 werden das &#8222;<em>Petit festival contre la grande poubelle nucl\u00e9aire<\/em>&#8220; und eine &#8222;<em>Assembl\u00e9e Grand T\u2019Est<\/em>&#8220; ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, <strong>die lokale Mobilisierung zu st\u00e4rken, aber auch, sie auf ganz Frankreich und seine Nachbarl\u00e4nder auszuweiten<\/strong>, denn die Bure ist kein Problem der <em>Meuse<\/em> oder der<em> Haute-Marne<\/em>: Sie betrifft uns alle in allen Landesteilen, in Europa und dar\u00fcber hinaus! Im Jahr 2014 wurde ein Aufruf zu dezentralen Aktionen gestartet: &#8222;Bure 365: Ein Jahr Aktionen gegen Cig\u00e9o, die Atomindustrie und ihre Welt&#8220;.<br \/>\nDer Kampf geht von Bure aus auf Infotour, u.a. nach <em>Montabot<\/em> und <em>Notre-Dame-des-Landes<\/em>. Nach mehreren Festivals bei Bure laden sich die Antinuks am 5. und 6. September 2014 nach Nancy ein, um Cig\u00e9o in einer partizipativen und selbstverwalteten Versammlung <em>Nukoff!<\/em> zu sagen. Im Juli 2015 stimmt der Gemeinderat von <em>Mandres-en-Barrois<\/em> f\u00fcr den Austausch des Gemeindewaldes <em>Bois Lejuc<\/em>) gegen den der Andra geh\u00f6renden Wald<em> Bois de la Caisse<\/em>, trotz der mehrheitlichen Ablehnung durch die EinwohnerInnen in einer vorherigen Befragung. Ein Drittel der DorfbewohnerInnen unterzeichnet eine Petition gegen diese Entscheidung, und es wird Einspruch eingelegt (nach einer Klage wegen Interessenkonflikt und nicht deklarierter geheimer Abstimmung wird im Mai 2017 erneut f\u00fcr den Austausch vom<em> Bois Lejuc<\/em> gestimmt). Diese Entscheidung erm\u00f6glicht <strong>dem Projekt, vom Laborstadium zum Erwerb geeigneten Landes \u00fcberzugehen,<\/strong> obwohl Cig\u00e9o noch nicht von der DAC [<em>Demande d\u2018Autorisation de Cr\u00e9ation<\/em> \/ Anfrage zur Erlaubniss der Erschaffung] deklariert ist. Dies l\u00f6st eine Intensivierung des Kampfes vor Ort aus. Im folgenden Monat versammeln sich 1.500 Menschen am alten Bahnhof von Lum\u00e9ville in einem internationalen antiautorit\u00e4ren und antikapitalistischen <em>VMC Camp<\/em> (Vladimir, Martine &amp; Co., Organisierungskollektiv, zu Ehren des unfreiwilligen Kamaraden, der uns des Total-Bosses entledigt hat)<br \/>\nQuellen:<\/p>\n<p>\u2022 <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/105856575#at=0\">Nukoff! 2014<\/a> (Automedia, 10 min)<br \/>\n\u2022 Archive des damaligen Kampfes: <a href=\"https:\/\/nocigeo.noblogs.org\">nocigeo.noblogs.org<\/a> ; <a href=\"http:\/\/vmc.bureburebure.info\">vmc.bureburebure.info<\/a><\/p>\n<h3>4) 2016-2017: Besetzung des Lejuc-Waldes und b\u00e4uerlicher Widerstand<\/h3>\n<p>Im Sommer 2016 ist Andra im Begriff, <strong>Rodungsarbeiten im Bois Lejuc<\/strong> in Angriff zu nehmen, und das ohne vorherige Genehmigung. &#8222;Das unendliche Picknick&#8220; vom 19. Juni 2016 markiert den Beginn der ersten Besetzung. Bei dieser Gelegenheit werden die Z\u00e4une von Andra umgesto\u00dfen.<strong> Nach 3 Wochen der Besetzung<\/strong> wird der Wald am 7. Juli 2016 um 6 Uhr morgens ger\u00e4umt. Um den Zugang zum Bois Lejuc zu verhindern, errichtet die Andra eine Umfassungsmauer aus Beton, ebenfalls ohne Baugenehmigung. Nachdem die Andra f\u00fcr diese illegalen Arbeiten verurteilt wurde, startet am 15. August 2016 eine Demonstration, um diese Mauer abzurei\u00dfen. In den darauffolgenden Wochen ist der Wald bis Februar 2018 wieder besetzt.<br \/>\nIn diesen Jahren <strong>werden<\/strong> <strong>verschiedene landwirtschaftliche<\/strong> Initiativen ergriffen, vor allem durch das Kollektiv Terres de Bure: wie die Kartoffelsetzlinge, die 2015 auf den von Andra brachliegenden Feldern gepflanzt wurden; der Hektar Getreide, der im November 2015 unter den Fenstern des Labors ges\u00e4t wurde; oder die 500 m2 Kartoffeln, die im April 2016 auf einem Grundst\u00fcck gepflanzt wurden, das Andra geh\u00f6rt; und viele andere Projekte die bis heute andauern.<\/p>\n<h3>5) 2017-2019: Versch\u00e4rfte Repressionsma\u00dfnahmen gegen die Oppositionellen<\/h3>\n<p>Wenn auch einige KameradInnen tats\u00e4chlich \u00fcberwacht, registriert, mit Geldstrafen und Aufenthaltsverboten belegt werden usw., gibt es vorerst keinen massiven Polizeieinsatz in der Gr\u00f6\u00dfenordnung der Bewegung. Im Juni 2017 wird im Rahmen einer Aktionswoche das Hotel-Restaurant der Andra blitzartig verw\u00fcstet, was die Gelegenheit bietet, den Atomwiderstand als &#8222;kriminelle Vereinigung&#8220; anzuprangern, die zur &#8222;kriminellen Brandstiftung&#8220;, wenn nicht gar zum Mord entschlossen sei. <strong>Die Militarisierung des Gebietes<\/strong> intensiviert sich in den folgenden Wochen. Am 4. Juli wird eine nationale Fahndungsstelle gegr\u00fcndet, die kriminelle Handlungen von GegnerInnen des Cig\u00e9o-Projekts untersuchen soll: die Spezialeinheit <em>Cellule Bure.<\/em><br \/>\nEin neuer Schritt in Sachen Repression erfolgt dann w\u00e4hrend der Demonstration vom 15. August 2017. Die Botschaft ist klar: sofortige und kompromisslose Niederschlagung. Dieser Tag der Mobilisierung endet mit vielen Verletzten, von denen einer bei der Explosion einer GLI-F4-Granate fast seinen Fu\u00df verliert. Dann kommt der 20. September 2017 und seine f\u00fcnf gleichzeitigen Razzien. Von diesem Zeitpunkt an werden viele Menschen in ganz Europa ihre Solidarit\u00e4t mit den Gegnern vor Ort kundtun und vielerorts lokale <strong>Unterst\u00fctzungskomitees<\/strong> bilden. Am 22. Februar 2018 um 6 Uhr morgens, einen Monat nach der Ank\u00fcndigung der Aufgabe des Flughafens von Notre-Dame des Landes und nach der ber\u00fchmten Rede &#8222;Es wird keine ZAD (1) mehr in Frankreich geben&#8220;, gehen fast 500 mobile Gendarmen zur R\u00e4umung des Bois Lejuc mit Zerst\u00f6rung aller H\u00fctten \u00fcber.<br \/>\n(1) ZAD: \u201ezu verteidigende Zone\u201c: spezifische Form des Widerstandes gegen nutzlose und gef\u00e4hrliche Gro\u00dfprojekte in Form von gemeinschaftlicher Landbesetzung mit Selbstverwaltung, Entwicklung emanzipierender kollektiver Lebensformen etc.<br \/>\nSie brechen auch brutal in das Haus des Widerstands ein und verhafteten nacheinander alle InsassInnen. Als Ergebnis dieser Polizeieins\u00e4tze werden drei Personen in Gewahrsam genommen und zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Zwischen Februar und Juni 2018 werden die Stra\u00dfen- und Fu\u00dfg\u00e4ngerkontrollen in der Gegend zum Dauerzustand, oft gefolgt von Aufnahme der Personalien, Polizeigewahrsam und manchmal Gerichtsverfahren. Am 20. Juni, kurz nach der Demonstration vom 16. Juni 2018 in Bar-le-Duc, wird Bure geweckt durch dem Einsatz von fast 200 Gendarmen, der Verhaftung von 8 Personen sowie der Durchsuchung von 11 Orten, an denen Menschen leben und den Kampf organisieren. Diese Verhaftungen f\u00fchrt zu den ersten Verh\u00f6ren der wegen &#8222;krimineller Vereinigung&#8220; Angeklagten, deren Prozess in Bar-le-Duc am 1., 2. und 3. Juni 2021 stattfindet (das Urteil wird am 21. September verk\u00fcndet). Das repressive Klima vor Ort mit der st\u00e4ndigen Pr\u00e4senz der Gendarmen, den Kontrollen und den Prozessen sowie die Beschuldigung der <strong>\u201eKriminellen Vereinigung\u201c<\/strong> sollte den Kampf gegen Cig\u00e9o abw\u00fcrgen. Trotzdem leben viele Menschen weiterhin vor Ort und setzen die Organisation von lokalen Veranstaltungen fort. Verschiedene Sabotageakte, u.a. an Bohrungen f\u00fcr die Umsetzung von Cig\u00e9o, folgen einander und der Bois Lejuc wurde ein drittes Mal f\u00fcr einige Tage besetzt (Juli 2019).<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/etat-des-lieux-de-la-repression-Bure-septembre-2019.pdf\">Aktueller Stand der Repression in Bure, September 2019 [auf franz\u00f6sisch]<\/a><br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/tube.piweb.be\/videos\/watch\/3e1162ec-4bca-447c-b702-f2416e4c1f13\">Video vom 22. Februar 2018<\/a><\/p>\n<h3>6) 2019 &#8211; heute<\/h3>\n<p>Nach den erlebten Schwierigkeiten (Repression, Trauma, \u2026) in den Jahren 2018-2019 und w\u00e4hrend die Kontrollen und Repressionsma\u00dfnahmen nachlassen (immer noch regelm\u00e4\u00dfige Patrouillen von Gendarmen in den verschiedenen umliegenden D\u00f6rfern &#8211; aber ohne systematische Kontrolle), bringen neue Ereignisse und Demonstrationen in und um Bure eine Menge Energien und Verbindungen hervor.<br \/>\n&#8211; 2019 das <a href=\"https:\/\/burefestival.org\"><em>zweite Bure&#8217;lesques-Festival<\/em><\/a> (das \u00fcbrigens am 6., 7. und 8. August 2021 erneut in der N\u00e4he von Bure stattfinden wird)<em>, <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20191128053346\/https:\/\/ventdebure.com\/\">Vent de Bure<\/a><\/em> mit Diskussionen und einer Demo in Nancy, das<a href=\"https:\/\/bombesatomiques.noblogs.org\/\"><em> Bombes Atomiques<\/em><\/a> -Wochenende und seine Demo, die Aufbau-Woche im <em>Maison de R\u00e9sistance<\/em> ;<br \/>\n&#8211; 2020 die Antiatom- und Feminismus-Woche und die <em>Bombes Atomiques<\/em> -Demo, die Antiknast-Woche im Alten Bahnhof, die Antiatom-Woche im Herbst und die Mobilisierung <a href=\"https:\/\/noussommestousdesmalfaiteurs.noblogs.org\/\"><em>Nous sommes tous des malfaiteurs<\/em><\/a> (2).<br \/>\n(2) aus der Anklage \u201eassociation de malfaiteurs\u201c abgeleitete Devise: \u201eWir sind alle Mitglieder einer kriminellen Vereinigung\u201c<\/p>\n<p>Trotz aller situationsbedingter Zw\u00e4nge haben die diversen Lockdowns das gegenseitige Kennen und den Zusammenhalt der GegnerInnen, die Zeit im Haus und an den anderen kollektiven Orten verbringen, eher gest\u00e4rkt. Und demn\u00e4chst: Les Rayonnantes!<br \/>\nQuellen:<\/p>\n<p>\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/brochure-fragments-dun-confinement-a-bure\/\">Fragmente eines Lockdowns<\/a> [auf franz\u00f6sisch]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/500-feministes-contre-le-nucleaire-pour-dire-non-a-lenfouissement-des-dechets-a-bure\/\">Kommuniqu\u00e9 zum week end des bombes atomiques <\/a>[auf franz\u00f6sisch]<\/p>\n<h3>7) Worum es heute geht: 2021 und das Risiko der Baubeschleunigung<\/h3>\n<p>Als die Andra noch keine Gemeinn\u00fctzigkeitserkl\u00e4rung (<em>DUP<\/em>) und keine offizielle Freigabe zur Ausf\u00fchrung erhalten hatte, schritt das Projekt Cig\u00e9o in kleinen Schritten voran und bereitete den Boden durch eine Reihe von Vorarbeiten, wie z.B. die S\u00e4uberung und Rodung des Gel\u00e4ndes, auf dem die k\u00fcnftige Bahnstrecke verlaufen wird; den Erwerb von Grundst\u00fccken durch Safer (s.o), um das Gebiet in ein Frachtterminal f\u00fcr Cig\u00e9o umzuwandeln; oder schlie\u00dflich die unterirdischen Vermessungen durch GeometerInnen oder mittels gr\u00fcner Bohrk\u00e4sten (die \u00fcbrigens, wie bereits erw\u00e4hnt, in den letzten Jahren mehrfach Gegenstand von Sabotageakten waren&#8230;)<br \/>\nAuch hier leitet die<strong> Gemeinn\u00fctzigkeitserkl\u00e4rung <em>DUP<\/em> des Cig\u00e9o-Projekts<\/strong> im Jahr 2020 die <strong>anstehende Beschleunigung der Arbeiten ein<\/strong>. Dieses Verfahren genehmigt jedoch nicht den Bau des Atomlagers selbst: Dieser wird Gegenstand des Antrags auf Genehmigung zur Errichtung der kerntechnischen Anlage sein, der bis 2022 eingereicht werden soll (mit Vorsicht zu genie\u00dfendes Datum, da die Frist von der Andra regelm\u00e4\u00dfig aufgeschoben wird, angesichts der Schwierigkeiten, die Sicherheit ihres Projekts nachzuweisen). Dank der DUP konnte Andra mit den ersten Cig\u00e9o-Arbeiten beginnen, sogenannte &#8222;Vorab-Erschlie\u00dfungen&#8220;, d.h. die Enteignung von Land und Wohnungen, welche die Andra begehrt; die Abholzung, Freilegung und Artifizialisierung von land- und forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen wie dem Bois Lejuc, der Bau eines elektrischen Transformators; die Instandsetzung von Dutzenden Kilometern Bahngleisen f\u00fcr den Transport radioaktiver Abf\u00e4lle; die Umleitung von Departementstra\u00dfen; der Verbrauch gro\u00dfer Wassermengen f\u00fcr die Arbeiten, welcher das Pumpen von Wasser aus 20 km entfernten Quellen erfordert; der unaufh\u00f6rliche Verkehr vieler schwerer Lastwagen und Baufahrzeuge, usw.<br \/>\n<strong>Weit entfernt von Fatalismus und Resignation, vergessen wir nicht, dass Cig\u00e9o noch gar nicht angelaufen ist. Es hat bereits viele Verz\u00f6gerungen erfahren und die uns vorliegenden Daten sind immer noch sehr unsicher. Vergessen wir nicht, dass die Geschichte dieses Projekts von Anfang an auf starkem Widerstand beruht und dass die Andra aus vielen Departements (<em>Ain, Aisne, Maine-et-Loire, Deux-S\u00e8vres<\/em>&#8230;) vertrieben wurde. Vergessen wir nicht die zwei Todesopfer unter den Arbeitern der Andra in den Jahren 2002 und 2016, nach dem Ausheben von Stollen im Versuchslabor Bure\/Saudron. Die Ursachen f\u00fcr den Todesfall von 2016 sind noch nicht gekl\u00e4rt. Vergessen wir nicht die Stellungnahme der Umweltbeh\u00f6rde vom Januar 2021, die heftige Kritik an dem Endlagerprojekt \u00e4u\u00dfert.<\/strong><br \/>\n<strong>Wer wird zum n\u00e4chsten Opfer?<\/strong><br \/>\nDas Cig\u00e9o-Projekt ist zerst\u00f6rerisch und todbringend. Ob die DUP nun best\u00e4tigt wurde oder nicht, wir sind weiterhin entschlossen, uns diesem Projekt zu widersetzen. Es ist wichtig, gegen diese DUP zu k\u00e4mpfen, ebenso wie gegen die damit einhergehenden Enteignungen und Abholzungen.<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/enjeux-de-dupes-pour-cigeo\/\">(En)jeux de DUP pour CIGEO<\/a> [auf franz\u00f6sisch bald ins Deutsche \u00fcbersetzt]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/www.sortirdunucleaire.org\/IMG\/pdf\/guide_riverains_bat_-1.pdf\">Brosch\u00fcre f\u00fcr Bahnanwohner<\/a> [auf franz\u00f6sisch]<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary>Ressourcen<\/summary>\n<h3>Webseiten:<\/h3>\n<p>\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/sites-amis-antinucleaire-anticigeo\/\">Bureburebure und befreundete Webseiten<\/a><\/p>\n<h3>Brosch\u00fcren:<\/h3>\n<p>\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/brochure_bure-aout2020.pdf\">Broch\u00dcRE 2020<\/a> [auf franz\u00f6sisch]<br \/>\n\u2022 <a href=\"http:\/\/bure3iqeqde7ynpluyuubochndt33wwsbkmo7kgf32bmli4zigjwvzid.onion\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cahier-Dechets-nucleaires-mais-vous-vous-proposez-quoi.pdf\">Mais vous, vous proposez quoi ?<\/a> (Aber was schlagen Sie denn vor?) [auf franz\u00f6sisch\/englisch bald ins Deutsche \u00fcbersetzt]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/www.radiaction.org\/les-12-points-de-radiaction-contre-le-nucleaire\/\">Les 12 points contre le nucl\u00e9aire du collectif RadiAction<\/a> (12 Punkte gegen Atomkraft) [auf franz\u00f6sisch]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/brochure-paysans-en-lutte-bure-conv.pdf\">Broschure la terre est \u00e0 nous<\/a> (2016) (Erfahrungsberichte von B\u00e4uerinnen und Bauern im Kampf um Bure)<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Etat-des-lieux-foncier-2015-A4-PPP.cleaned.pdf\">Etat des lieux du foncier (2016)<\/a> (Zustandsbeschreibung des Grund und Bodens &#8211; 2016)<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/www.sortirdunucleaire.org\/IMG\/pdf\/guide_riverains_bat_-1.pdf\">Des convois radioactifs \u00e0 nos portes ? (Radioaktive Konvois vor unserer Haust\u00fcr? Ein kurzer Informationsleitfaden \u00fcber die Auswirkungen der Vergrabung von Atomm\u00fcll in Bure\/Saudron)<\/a> [auf franz\u00f6sisch]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/exposition-trainstopping\/\">\u00dcber die Trainstopping-Ausstellung<\/a> [auf franz\u00f6sisch\/englisch]<\/p>\n<h3>Filme:<\/h3>\n<p>\u2022 <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/poubelle-la-viea\">Poubelle la vie<\/a> (2015, Automedia, 57 min) [mit englischen Untertiteln]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/tube.piweb.be\/videos\/watch\/cc57aef8-b20c-4ad4-b99b-516d145d873e\">Bure ou les ruines toxiques de la modernit\u00e9<\/a> (2016, 23 min) [mit deutschen Untertiteln]<br \/>\n\u2022 <a href=\"https:\/\/tube.piweb.be\/videos\/watch\/8fd1998e-5f68-4a87-be8b-8cc68b8fc872\">Bure \u00e9t\u00e9 2016-2017<\/a> (Videomontage, 2017, 24 Minuten) [mit deutschen Untertiteln]<\/p>\n<h3>Radio:<\/h3>\n<p>\u2022 <a href=\"https:\/\/radioparleur.net\/2019\/11\/13\/histoire-bure-nucleaire\/\">\u00e9coute sonore Radio Parleur<\/a> H\u00f6rpr\u00e4sentation lokaler Kontext (24min, Nov. 2019) [auf franz\u00f6sisch]<\/p>\n<h3>Comics und B\u00fccher:<\/h3>\n<p>\u2022 Der Comic &#8220; 100 000 ans &#8222;, Ed. Marabulle, 2020<br \/>\n\u2022 &#8222;Le nucl\u00e9aire c&#8217;est fini &#8222;, La parisienne lib\u00e9r\u00e9e, 2019<\/p>\n<\/details>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-197\" src=\"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/files\/2021\/06\/decoration-16.png\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"187\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geographie eines nuklearisierten Raumes Bemerkungen zu dieser Karte: die endg\u00fcltigen Installationen werden viel mehr Platz einnehmen das Endlager Gondrecourt ist bereits gebaut und weitere Bauten sind geplant einige Einrichtungen sind nicht dargestellt: das Areva-Archiv in Houdelaincourt; das EDF-Archiv im Andrakomplex\u2026 &nbsp; LEGENDE: DAS ANDRA-LABOR 1998 wurden die Departements Haute-Marne und Meuse f\u00fcr den Bau eines <br \/><a href=\"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/de\/geschichte-und-kontext\/\" class=\"right btn read-more-btn\">Read More&nbsp;<span class=\"fa small fa-arrow-right\"><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":16733,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_locale":"de_DE","_original_post":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/?page_id=13","footnotes":""},"class_list":["post-385","page","type-page","status-publish","hentry","de-DE"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16733"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=385"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":712,"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/385\/revisions\/712"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rayonnantes2021.noblogs.org\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}